22.07.2020

Augmented Reality: Technologie für den Aufschwung

„Augmented Reality“ (AR) verbinden viele noch mit „Pokémon GO“. Dabei bietet die Technologie mittlerweile weitaus mehr als reine Unterhaltung.

Die Möglichkeiten der „erweiterten Realität“ werden heute in der Fertigung, Produktentwicklung, im Marketing und bei Schulungen sowie für Wartung und Service eingesetzt. Dabei müssen Nutzer nicht einmal mehr zwingend teure AR-Datenbrillen tragen, um „ihre Realität“ mit Text-, Bild- oder Sprachinhalten anreichern zu lassen. Durch die Kameras in immer mehr mobilen Geräten können Informationen oder Objekte direkt in ein erfasstes Abbild der realen Welt eingearbeitet werden.

Neues Service-Konzept
Dätwyler implementiert derzeit ein neues Service-Konzept für seine Micro-Datacenter, das die AR-Fernwartung über eine mobile App erlaubt. Egal, wie weit Kunden und die Dätwyler Service-Experten geografisch voneinander entfernt sind: Mithilfe der AR-Fernwartung werden sich Probleme ohne Zeitverzögerung „live“ analysieren und – wenn möglich – lösen lassen. Durch die Smartphone-Kamera des Kunden können die Dätwyler Experten alles sehen, was sie sehen müssen, von einzelnen Steckverbindungen bis hin zu komplexeren Infrastrukturproblemen. Offene Fragen lassen sich aus der Ferne klären und eventuelle Fehler gemeinsam beheben. Mit Hilfe der App können 3D-Marker wie Pfeile auf reale Objekte im Bild des Smartphones gesetzt werden. Problemstellen lassen sich auch direkt auf dem Display mit dem Finger umranden. In Kürze wird die Fehlerbehebung auf diese Weise präzise und schnell gelingen – vor allen Dingen ohne kostenintensive Vor-Ort-Wartungen.

Das analoge Internet of Things
Kosteneinsparungen und Umsatzsteigerungen – das sehen auch die Marktforscher der Boston Consulting Group (BCG) und PTC im Zusammenhang mit dem Einsatz von AR-Strategien (Studie vom April 2020). Dabei scheint sich Augmented Reality als der Schlüssel zu erweisen, der das Potenzial des „Internet der Dinge“ (IoT) freisetzen kann. Denn AR-Anwendungen nutzen die Arten von Daten, die von IoT-Geräten und -Komponenten erzeugt werden. Nur wandeln sie diese in analoge Sinneseindrücke um, die Menschen sehen und hören können. Sie sorgen sozusagen für die Schnittstelle zum menschlichen Gehirn, damit Mitarbeiter effektiver und produktiver arbeiten können. Wenn die Nutzer ihrerseits sprechen oder Bewegungen ausführen, werden diese analogen Inputs wieder in digitale Impulse umgewandelt. So entsteht durch Augmented Reality eine Art Internet der Dinge für den Menschen.

Die Technologie entwickelt sich derzeit rasant, und gerade nach den wirtschaftlichen Einbußen durch die Corona-Pandemie kann AR nützlich sein: Der reduzierte Schulungsaufwand, die schnelleren und präziseren Wartungs- und Weiterentwicklungslösungen und eine bessere Qualifizierung der Mitarbeitenden steigern die Effizienz und den Gewinn – und damit die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.